In Deutschland zahlen Millionen Haushalte unnötig hohe Strompreise, weil sie im sogenannten Grundversorgungstarif bleiben. Dieser Tarif, ursprünglich als stabile und verlässliche Grundversorgung gedacht, sorgt dafür, dass fast ein Viertel aller Haushalte im Land durchschnittlich 70 % mehr für Strom ausgeben als Neukunden in günstigeren Tarifen. (Quelle)
Doch warum sind gerade die Grundversorgungspreise so hoch – und wie profitieren die Versorger davon?
Der Grundversorgungstarif wird automatisch für Verbraucher eingerichtet, die bei einem Umzug oder Hausbau keinen alternativen Stromtarif auswählen. Diese Regelung sollte eine zuverlässige Versorgung sichern – in der Praxis bedeutet dies jedoch für viele, dass sie in den teuersten Tarif gedrängt werden. Das Vergleichsportal Verivox hat ermittelt, dass eine Kilowattstunde Strom im Grundversorgungstarif durchschnittlich 44,36 Cent kostet, während Neukundenverträge aktuell nur 25,7 Cent pro kWh verlangen. Die Differenz führt dazu, dass Verbraucher deutschlandweit rund 5,5 Milliarden Euro pro Jahr zu viel für Strom ausgeben.
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Warum bleiben so viele im Grundversorgungstarif?
Dass so viele Haushalte in diesem Tarif verharren, hat verschiedene Gründe:
Unwissenheit: Viele Menschen wissen schlicht nicht, dass sie im teuren Grundversorgungstarif sind, oder sie gehen davon aus, dass die Grundversorgung eine sichere und günstige Wahl ist.
Bequemlichkeit: Ein Wechsel scheint aufwendig, und so bleibt es oft beim Standardtarif – auch wenn dieser deutlich teurer ist.
Vertrauenssache: Manche Menschen haben Bedenken, ob alternative Anbieter zuverlässig sind, und entscheiden sich daher für die vermeintlich sicherere, aber kostspielige Grundversorgung.
Die Bundesnetzagentur schlägt Alarm
Selbst die Bundesnetzagentur empfiehlt einen Wechsel aus dem Grundversorgungstarif und verweist darauf, dass man so über 200 Euro pro Jahr sparen kann. Dass eine so deutliche Empfehlung ausgesprochen wird, zeigt, wie problematisch die Preisstruktur der Grundversorgung in Deutschland ist. Ein Grundtarif sollte fair und bezahlbar sein.
Fazit: Grundversorgung widerspricht dem Gebot der Fairness und Bezahlbarkeit
Die Grundversorgung als teuerste Option widerspricht dem Grundgedanken einer fairen, sicheren Stromversorgung für alle. Hier ist auch die Politik gefragt, eine Reform der Grundversorgung anzustrengen. Verbraucher müssen in jedem Fall über die hohen Kosten im Grundversorgungstarif informiert und besser geschützt werden – denn eine Basisversorgung darf kein Luxus sein.